Vorsicht.info Spezial

Oma & Opa schützen

Gemeinsam gegen Betrug, Abzocke und falsche Versprechen.

Hier finden Sie wichtige Informationen und Tipps, um Ihre Eltern und Großeltern vor Kriminellen und Betrügern zu schützen.

Sprechen Sie mit Ihren Eltern und Großeltern.
Ein Gespräch kann im entscheidenden Moment vor Schaden schützen.
Schockanrufe Falsche Polizeibeamte Enkeltrick WhatsApp-Betrug Haustürbetrug Gewinnversprechen Fakeshops & Onlinebetrug Sicher bezahlen im Internet

Schnell gemerkt

Drei einfache Regeln, die vor Betrug schützen

Betrüger arbeiten oft mit Zeitdruck, Angst oder überraschenden Geschichten. In solchen Situationen helfen drei einfache Regeln.

Richtig Auflegen ist wichtig.

Sie müssen am Telefon niemals sofort entscheiden.

Setzt Sie jemand am Telefon jemand unter Druck, macht Ihnen Angst oder verlangt eine schnelle Entscheidung? Beenden Sie das Gespräch sofort. Ein seriöser Anrufer gibt Ihnen Zeit zum Nachdenken.

Erst selbst nachfragen.

Rufen Sie über eine Ihnen bekannte Nummer zurück.

Rufen Sie Angehörige, Ihre Bank oder die Polizei über eine Telefonnummer an, die Sie selbst kennen oder nachgeschlagen haben. Nutzen Sie nicht die Nummer, die Ihnen ein Anrufer nennt, diese könnte falsch sein.

Nichts herausgeben.

Kein Geld. Keine Wertsachen. Keine Zugangsdaten.

Übergeben Sie Ihnen unbekannten Personen weder Geld noch Wertsachen. Geben Sie niemals PIN, TAN, Passwörter oder andere geheime Zugangsdaten preis.

Lieber einmal zu viel nachfragen als einmal zu schnell vertrauen.

Sprechen Sie auch mit Ihrer Familie über solche Situationen. Ein vorher vereinbarter Rückruf kann im entscheidenden Moment schützen.

Warum ist das so wichtig?

Betrüger nutzen Überraschung, Angst, Hilfsbereitschaft und Zeitdruck. Wer typische Maschen kennt und vorher über die richtige Reaktion gesprochen hat, kann sich und Angehörige besser schützen.

Unser Tipp

Sprechen Sie in Ruhe über typische Maschen und vereinbaren Sie einfache Regeln für den Ernstfall – zum Beispiel immer erst selbst zurückzurufen.

Maschen erkennen

Die häufigsten Maschen – kurz erklärt

Wählen Sie ein Thema aus. Sie sehen auf einen Blick, woran Sie die Masche erkennen und was Sie tun können.

01SchockanrufeEin angeblicher Angehöriger, Polizist oder Staatsanwalt berichtet von einer schweren Notlage. Sofort sollen Geld oder Wertsachen bereitgestellt werden.

Daran erkennen Sie die Masche

Betrüger erzählen eine dramatische Geschichte und setzen Sie gezielt unter Zeitdruck. Häufig geht es um einen angeblichen Unfall, eine Festnahme oder eine dringende finanzielle Notlage. Sie sollen Geld oder Wertsachen übergeben und möglichst mit niemandem darüber sprechen.

So reagieren Sie richtig

Legen Sie auf und lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Rufen Sie den genannten Angehörigen selbst über eine Ihnen bekannte Telefonnummer an. Übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen an unbekannte Abholer. Bei einem verdächtigen Anruf oder einer bereits vereinbarten Übergabe verständigen Sie die Polizei über 110.

Merksatz: Ein echter Notfall hält es aus, wenn Sie aktiv auflegen und selbst nachfragen.

02Falsche PolizeibeamteBetrüger geben sich als Polizisten, Staatsanwälte oder andere Amtspersonen aus und behaupten, Ihr Geld oder Ihre Wertsachen seien in Gefahr.

Daran erkennen Sie die Masche

Die Anrufer behaupten zum Beispiel, Einbrecher hätten es auf Ihr Geld abgesehen, Ihr Konto sei nicht sicher oder es müsse etwas überprüft werden. Häufig fragen sie nach Bargeld, Schmuck, Kontodaten oder Zugangsdaten und fordern Sie auf, Geld oder Wertsachen zur angeblichen „Sicherheit“ bereitzuhalten oder an einen Abholer zu übergeben.

So reagieren Sie richtig

Beenden Sie das Gespräch und lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Rufen Sie die Polizei selbst über 110 oder eine Ihnen bekannte Telefonnummer an. Geben Sie keine Konto- oder Zugangsdaten weiter und übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen an angebliche Polizeibeamte oder andere Abholer.

Merksatz: Die Polizei nimmt niemals Geld oder Wertsachen zur „Sicherheit“ mit oder holt diese bei Ihnen ab.

03Enkeltrick und VerwandtenmascheEin angeblicher Verwandter meldet sich telefonisch oder per Nachricht und behauptet, dringend Hilfe oder Geld zu benötigen. Häufig soll alles sehr schnell und möglichst geheim geschehen.

Daran erkennen Sie die Masche

Die Person nennt ihren Namen oft nicht eindeutig, sondern lässt Sie selbst raten, wer angeblich anruft. Danach folgt meist eine überraschende Notlage, ein wichtiger Kauf oder eine dringende Geldforderung. Typisch sind starker Zeitdruck, eine neue Telefonnummer und die Bitte, mit niemandem über die Angelegenheit zu sprechen.

So reagieren Sie richtig

Beenden Sie das Gespräch und rufen Sie den genannten Angehörigen selbst über eine Ihnen bekannte Telefonnummer zurück. Fragen Sie bei weiteren Familienmitgliedern nach. Überweisen oder übergeben Sie kein Geld, solange Sie nicht zweifelsfrei geklärt haben, mit wem Sie tatsächlich gesprochen haben.
Merksatz

Merksatz: Wer wirklich zur Familie gehört, kann einen Rückruf über die bekannte Nummer abwarten.

04WhatsApp-BetrugEine Nachricht beginnt häufig mit „Hallo Mama“ oder „Hallo Papa“. Angeblich habe sich die Telefonnummer geändert und nun werde dringend Geld benötigt.

Daran erkennen Sie die Masche

Die Nachricht kommt von einer unbekannten Nummer und klingt zunächst persönlich oder vertraut. Kurz darauf folgt meist eine dringende Bitte um eine Überweisung, weil angeblich das Onlinebanking noch nicht funktioniert, eine Rechnung sofort bezahlt werden muss oder ein anderes Problem entstanden ist. Typisch sind Zeitdruck und der Wunsch, alles schnell über die neue Nummer zu erledigen.

So reagieren Sie richtig

Überweisen Sie nicht sofort. Rufen Sie Ihren Angehörigen über die bisher bekannte Telefonnummer an oder kontaktieren Sie ihn auf einem anderen vertrauten Weg. Fragen Sie gezielt nach und speichern Sie die neue Nummer erst, wenn Sie sicher wissen, mit wem Sie tatsächlich schreiben. Verdächtige Nachrichten können Sie anschließend blockieren und löschen.

Merksatz: Neue Nummer? Erst prüfen, ob sie wirklich zu einer bekannten Person gehört. Nicht überweisen und erst mal skeptisch bleiben!

05HaustürbetrugUnbekannte Personen stehen plötzlich vor der Tür und geben sich zum Beispiel als Handwerker, Mitarbeiter eines Versorgers, Paketdienstes oder als Amtsperson aus.

Daran erkennen Sie die Masche

Der Besuch kommt unangekündigt und die Personen drängen darauf, schnell in die Wohnung gelassen zu werden. Häufig behaupten sie, etwas kontrollieren, reparieren oder ablesen zu müssen. Typisch sind Zeitdruck, Ablenkungsmanöver, ungewöhnliche Geldforderungen oder die Bitte um Unterschriften und persönliche Daten.

So reagieren Sie richtig

Lassen Sie unbekannte Personen nicht ungeprüft in Ihre Wohnung. Öffnen Sie die Tür nur mit vorgelegter Sicherung oder sprechen Sie zunächst durch die geschlossene Tür. Lassen Sie sich Name und Ausweis zeigen und rufen Sie den angeblichen Auftraggeber selbst über eine Ihnen bekannte Telefonnummer an. Nehmen Sie auf keinen Fall die Telefonnummer von den vor der Türe stehenden Personen, es könnte eine falshe Nummer sein. Wenn Sie unsicher sind, holen Sie eine Vertrauensperson dazu oder verständigen Sie die Polizei.

Merksatz: Unangekündigter Besuch vor der Türe? Prüfen Sie erst, wer vor der Tür steht. Im Zweifel bleibt die Tür zu.

06GewinnversprechenEin angeblicher Gewinn wird telefonisch, per Nachricht oder per Post angekündigt. Bevor das Geld ausgezahlt werden könne, sollen jedoch Gebühren, Steuern oder andere Kosten bezahlt werden.

Daran erkennen Sie die Masche

Sie haben möglicherweise an keinem passenden Gewinnspiel teilgenommen oder können sich nicht an eine Teilnahme erinnern. Trotzdem wird ein hoher Gewinn versprochen. Häufig sollen Sie vor der Auszahlung Geld überweisen, Gutscheinkarten kaufen, Zahlungsdaten nennen oder eine angebliche Gebühr bezahlen.

So reagieren Sie richtig

Zahlen Sie nichts im Voraus und geben Sie keine Bank-, Karten- oder Zugangsdaten heraus. Lassen Sie sich nicht durch angebliche Fristen oder den Verlust des Gewinns unter Druck setzen. Beenden Sie den Kontakt und prüfen Sie das Gewinnversprechen unabhängig, bevor Sie irgendetwas unternehmen.

Merksatz: Sie sollen zuerst bezahlen, damit Sie gewinnen? Dann stimmt etwas nicht. Ein echter Gewinn verlangt keine Vorabzahlung.

07Fakeshops und OnlinebetrugTäuschend echt wirkende Onlineshops locken mit günstigen Preisen oder begehrten Produkten. Nach der Bezahlung wird jedoch gar nicht, falsch oder nur minderwertige Ware geliefert.

Daran erkennen Sie die Masche

Auffällig sind ungewöhnlich niedrige Preise, hoher Zeitdruck oder angeblich nur noch wenige verfügbare Artikel. Häufig fehlt ein vollständiges Impressum, Kontaktdaten wirken widersprüchlich oder als Zahlungsmöglichkeit bleibt am Ende nur Vorkasse. Auch eine ungewöhnliche Internetadresse oder sprachliche Fehler können Warnzeichen sein.

So reagieren Sie richtig

Prüfen Sie den Shop und den Anbieter vor dem Kauf. Vergleichen Sie Preise mit anderen Händlern und achten Sie auf ein vollständiges Impressum sowie sichere Zahlungsarten mit Schutzmöglichkeiten. Bei unbekannten Shops sollten Sie besonders vorsichtig sein, wenn ausschließlich Vorkasse verlangt wird.

Merksatz: Extrem günstig und nur Vorkasse? Erst den Shop prüfen – dann bezahlen. - Shop überprüfen

Shop überprüfen
08Sicher bezahlen im InternetBeim Bezahlen im Internet versuchen Betrüger immer wieder, Sie auf gefälschte Seiten zu locken oder an Ihre Bank- und Zugangsdaten zu gelangen.

Daran erkennen Sie die Masche

Sie erhalten Links zu angeblichen Zahlungsseiten, werden zur Freigabe unbekannter Vorgänge aufgefordert oder sollen PIN, TAN, Passwörter oder Kartendaten eingeben. Häufig wird behauptet, eine Zahlung müsse bestätigt, ein Konto überprüft oder ein Problem mit einer Bestellung behoben werden.

So reagieren Sie richtig

Öffnen Sie Ihre Bank oder Ihren Bezahldienst immer selbst über die bekannte App oder Internetadresse. Folgen Sie keinen Zahlungslinks aus unerwarteten Nachrichten. Prüfen Sie vor jeder Freigabe Betrag, Empfänger und Vorgang genau. Bestätigen Sie ausschließlich Zahlungen, die Sie selbst ausgelöst haben.

Merksatz: PIN, TAN und Passwörter bleiben geheim. Bestätigen Sie nur Zahlungen, die Sie selbst ausgelöst und geprüft haben.

Gemeinsam vorbereitet

Gemeinsam vorsorgen – bevor etwas passiert

Auch wenn bereits Geld überwiesen, Daten weitergegeben oder Wertsachen übergeben wurden: Handeln Sie möglichst schnell. Je früher Sie reagieren, desto größer ist die Chance, weiteren Schaden zu verhindern oder bereits erfolgte Zahlungen noch zu stoppen.

Rückruf vereinbaren

Wenn Sie Geld überwiesen, Kartendaten angegeben oder eine Zahlung bestätigt haben, kontaktieren Sie sofort Ihre Bank oder den verwendeten Zahlungsdienst. Fragen Sie, ob die Zahlung noch gestoppt, zurückgerufen oder das betroffene Zahlungsmittel gesperrt werden kann.

Familien-Codewort festlegen

Wenn Sie Passwörter, PIN, TAN oder andere Zugangsdaten weitergegeben oder auf einer verdächtigen Seite eingegeben haben, ändern oder sperren Sie die betroffenen Zugänge sofort über die offizielle App oder Internetseite. Verwenden Sie dasselbe Passwort auch an anderer Stelle, ändern Sie es dort ebenfalls.

Vertrauensperson bestimmen

Löschen Sie verdächtige Nachrichten, E-Mails oder Chatverläufe nicht. Sichern Sie Telefonnummern, Internetadressen, Zahlungsbelege, Kontodaten und Screenshots. Diese Informationen können für Bank, Zahlungsdienst oder Polizei wichtig sein.

Zeitdruck stoppen

Melden Sie den Vorfall der Polizei und sprechen Sie mit einer Person Ihres Vertrauens. Steht eine Geld- oder Wertgegenständeübergabe unmittelbar bevor oder sind die Täter noch vor Ort, verständigen Sie die Polizei über 110. Versuchen Sie nicht, die Situation allein zu klären.

Checkliste für Angehörige

Schnell handeln

Wenn Sie bereits reagiert oder etwas weitergegeben haben

Auch wenn bereits Geld überwiesen, Daten weitergegeben oder Wertsachen übergeben wurden: Handeln Sie möglichst schnell. Je früher Sie reagieren, desto größer ist die Chance, weiteren Schaden zu verhindern oder bereits erfolgte Zahlungen noch zu stoppen.

1

Zahlungen sofort prüfen

Wenn Sie Geld überwiesen, Kartendaten angegeben oder eine Zahlung bestätigt haben, kontaktieren Sie sofort Ihre Bank oder den verwendeten Zahlungsdienst. Fragen Sie, ob die Zahlung noch gestoppt, zurückgerufen oder das betroffene Zahlungsmittel gesperrt werden kann.

2

Zugangsdaten schützen

Wenn Sie Passwörter, PIN, TAN oder andere Zugangsdaten weitergegeben oder auf einer verdächtigen Seite eingegeben haben, ändern oder sperren Sie die betroffenen Zugänge sofort über die offizielle App oder Internetseite. Verwenden Sie dasselbe Passwort auch an anderer Stelle, ändern Sie es dort ebenfalls.

3

Beweise sichern

Löschen Sie verdächtige Nachrichten, E-Mails oder Chatverläufe nicht. Sichern Sie Telefonnummern, Internetadressen, Zahlungsbelege, Kontodaten und Screenshots. Diese Informationen können für Bank, Zahlungsdienst oder Polizei wichtig sein.

4

Polizei und Vertrauensperson einbeziehen

Melden Sie den Vorfall der Polizei und sprechen Sie mit einer Person Ihres Vertrauens. Steht eine Geld- oder Wertgegenständeübergabe unmittelbar bevor oder sind die Täter noch vor Ort, verständigen Sie die Polizei über 110. Versuchen Sie nicht, die Situation allein zu klären.

Wichtiger Hinweis

Polizei und Staatsanwaltschaft fordern niemals Geld oder Wertsachen am Telefon. Bei akuter Gefahr, einer laufenden Straftat oder wenn eine Übergabe unmittelbar bevorsteht, wählen Sie den Notruf 110.

Fragen oder Unsicherheiten?

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